Saving Myrobalan Trees

Ponadan ist der tibetische Name für die südöstliche Medizinbuddha-Mandala-Region - eine vom Duft der Myrobalanbäume erfüllte Bergwelt...


Das ist ein Detail aus diesem Mandala, das diesen Bereich mit seinen Wäldern symbolisch darstellt - die Bäume in der oberen Reihe sind Arura -Myrobalan -Bäume mit verschiedenfarbigen Früchten. (Die Tibeter kannten diese Bäume nicht aus eigener Anschauung, denn dort oben wachsen sie nicht mehr...)

Was heute davon übrig ist...

Diese Bergkuppe sieht noch ganz intakt aus...denn bis dorthin sind die Laub- und Holzsammler bisher noch nicht vorgedrungen...

Doch von da, wo ich für das Foto stand - so es so schon so aus :

So wandert der Wald Indiens stöckchenweise in die Städte...100 Rupees bekommt er für die ganze Last.


Auch für Tierfutter stellt der Wald eine unverzichtbare Ressource dar...

Zurück bleiben leere Flächen, die durch Austrocknung brandgefährlich werden...

Feuer sind eine immer wieder kehrende Erscheinung in diesen Trockenwäldern, in denen es nur einmal im Jahr für ein paar Wochen regnet.
Die meisten Bäume der Region sind deshalb ähnlich wie bei uns laubabwerfend, jedoch nicht wegen des Frosts, sondern um die lang andauernde Trockenheit zu überleben...

Selbst gegen Feuer hat der Arura-Baum eine gewisse Resistenz.


Das Wort Ponadan kommt wie gesagt aus der tibetischen Sprache und heißt soviel wie "Duftende Berge".

Gemeint sind damit die aufdringlich süß duftenden Myrobalanbäume, aus denen die Wälder Südost-Asiens einst vornehmlich bestanden. Da manche dieser Baumarten ein wetterbeständiges Holz liefern, wurden sie in den letzten Jahrhunderten weitgehend aus den Wäldern entfernt.

Unsere Versuche, das thailändische Königshaus von der Bedeutung dieser Baumarten zu überzeugen, war leider mit wenig Erfolg gekrönt. In den unvergleichlich artenreichen subtropischen Trockenwäldern dieses Landes wuchsen früher noch weitere interessante olivenähnliche Früchte, die heute als seltene Delikatessen gelten müssen, da man ihre überegionale Bedeutung für die Gesundheit der Menschheit bis heute nicht recht begriffen hat. Nach tibetischen Informationen ist eine der acht Arurabaum-Arten bereits ausgestorben. Ich habe aber Hoffnung, dass dies nur für den indischen Raum zutrifft...

Wenn aber eine Frucht heute plötzlich eine neue kommerzielle Bedeutung erlangt, wie zum Beispiel der chinesische Litschi, dann hat man im Handumdrehen gleich riesige Monokulturen davon, die eine weitere Bedrohung für natürliche Waldflächen darstellen.

Das wollen wir aber nicht...

Offiziell gibt es heute strikte Einschlagsverbote, besonders in Schutzgebieten. Tatsache aber leider ist, das solche Schutzzonen dann zwangsläufig Weidegründe für die arbeitslos gewordenen, heute in der Tourismusbranche tätigen Elefanten sind, die natürlich gründliche Schäden an der Bewaldung anrichten. Ein junger Baum ist da schnell mitsamt Wurzel umgestürzt.

Da wir schon viele Bäume in den Wald gebracht haben, die nach ein paar Jahren wieder zerstört waren, haben wir unsere Aktivität an eine dort operierende universitäre Organisation abgegeben, die den bedrohten Myrobalanbaum in ihre Waldregenerationsprojekte aufgenommen hat.

Wenn Sie über die wichtige Arbeit dieser Studentenorganisaton Näheres wissen möchten, werfen Sie bitte einen Blick auf die Seiite der Forest Restauration and Research Unit - FORRU

Dort finden Sie auch weitere Links zu ähnlich arbeitenden Organisationen Asiens

Für die meisten der armen in den Wäldern lebenden Menschen gibt es keine anderen Einnahmequellen. Deshalb ist es sehr schwierig, diese unheilsamen Prozesse aufzuhalten.


Wir haben etwa sieben Jahre die Situation im indischen Himalaya studieren dürfen, deshalb unser leicht pessimistische Einstellung...
Wir sind daher nach Thailand ausgewichen, das neben dem schwer zugänglichen Birma zu der natürlichen Heimat der Myrobalanbäume gehört. Aber auch dort ist es nicht einfach, kleine Setzlinge sich selbst zu überlassen. Wie bereits mehrfach angedeutet, ist es auch dort fast unmöglich, einen jungen Myrobalanbaum im Wald zu finden...
Das hat vordringlich damit zu tun, dass diese Früchte als "Waldnebenprodukt" aus den Wäldern entfernt werden und auch viele Nagetiere sich daran verköstigen.
Zusätzlich ist es auch nicht leicht, den Myrobalansamen zum Keimen zu bewegen. Wie man auf diesem Bild sieht, sind nur wenige der Pflanztöpfe mit Samen aufgegangen...

Neben den Menschen sind an dieser Waldfrucht auch viele Nagetiere interessiert. Nicht nur der Fruchtmantel ist für Baumhörnchen und Muntiak-Hirsche ein gefundenes Fressen...Mäuse und Ratten wissen sich sogar bis zum schmackhaften Samen des steinharten Nußmantels vorzuarbeiten...

        

Das Sammeln der Früchte ist auch keine leichte Arbeit. Solange der Baum noch relativ jung ist, kann man ein Stück weit daran hochklettern und durch Schütteln ein paar Früchte zum Abfallen bewegen, bevor sie von Insekten oder Baumhörnchen zerstört werden....



Arura-Bäume sind das letzte was grün ist in einem solchen extremen Trockenwald. Auf der Blattunterseite wird die Verdunstung durch viele kleine rostfarbene Haare auf ein Minimum reduziert...

Auch die jungen Triebe haben diese rostartige Färbung - übrigens eines der wenigen sicheren Erkennungszeichen für diesen Baum mit seinen vielen Verwechslungsmöglichkeiten...

Wenn die Trockenzeit auf ihrem Höhepunkt ist, sieht auch dieser resistente Baum ziemlich mitgenommen aus...,- das noch erkennbare Grün stammt von einer Liane, die den Baum im Griff hat...






Arura-Bäume sind Zwerge im Vergleich zu den großen Dipterocarpen, die doppelt so hoch werden können...
Hier zur Erklärung, warum dieser Baum so wichtig ist: - ein altes Foto von einer Sven Hedin Expedition, das ein vollständiges Medizinbuddha - Mandala darstellt, in dessen Zentrum die Frucht des Arura-Baums den Buddha repräsentiert...



Ein Mandala ist zum Einen ein Abbild der spirituellen, inwändigen Welt, - (unser eigentliches Zuhause nach buddhistischer Auffassung) aber in diesem Fall auch ihre "Nachbildung" - die sog. "reale" Welt, mit dem Himalaya als Weltzentrum und die darum gelegenen Weltgegenden. Europa wäre nach diesem Schema im extremen Nordwesten zu finden....

Warum gerade die Steinfrucht dieses wilden Waldfruchtbaums die Ehre hat, den Buddha im Zentrum darzustellen ?

Dazu müssen wir die asiatische Form der Genesis verstehen lernen, die mit der Erschaffung der Welt und ihren Kostbarkeiten zu tun hat. Hier nur kurz das wichtigste Bild dazu: - die Enstehung des Arura-Baums, des Knoblauchs und der anderen Heilpflanzen nach der vorgeschichtlichen Legende vom Kampf um den Unsterblichkeitstrank...:

Indra - der oberste Gott enthauptet den Dämon, der es wagte, den Nektar der Unsterblichkeit zu rauben, mit seiner unfehlbaren Waffe - dem Wurfrad. Der dabei vergossene Trank gebiert den vollkommenen Arura-Baum, der Tropfen Nektar, der sich bereits im Hals des Dämonen befand - vermischt mit dessen Blut, erschafft den ebenso abstoßenden wie heilsamen Knoblauch...



Nach einem berühmten bebilderten Naturmedizinischen Lehrwerk der Tibeter...


Die ganze Geschichte finden Sie in meinem Buch: "Myrobalane - Gesundheit aus dem Himalaya"

Hier finden Sie eine Leseprobe



In Thailand kann man noch stattliche alte Exemplare von Arurabäumen finden...doch auch dort das Problem mit der nachwachsenden Generation und einem weitgehenden Desinteresse der örtlichen Waldbehörden...

Unsere idealistischen privaten Vorinvestitionen haben bisher jedoch kaum zu messbaren Ergebnissen geführt. Hier wären ganz andere Anstrengungen nötig, die wir nicht alleine leisten können.













Ein junger Arurabaum vor dem Blattverlust in der Trockenzeit...In dieser Phase des Wachstums besteht immer noch eine sehr große Gefahr des Absterbens...Wenn Sie uns also dabei helfen möchten, geht das am einfachsten, indem Sie mal etwas aus unserem Programm wilder Waldprodukte bestellen.

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Sie kaufen bei uns meist viel günstiger und direkt beim Erzeuger...vielen Dank für Ihr Interesse !


Gina & Udo Stanglmeier - Ponadan Project